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Bühnenmaler/in und Bühnenplastiker/in - Malerei
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?
Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen der Fachrichtung Malerei malen Bühnen- und Szenenbilder für Theater, Oper, Musical, Film oder Fernsehen nach den Vorgaben der Regie und der Bühnenbildner/innen. Für Ausstellungen, Messen, Werbeproduktionen oder Innenausstattungen fertigen sie darüber hinaus Hintergründe, Wandbilder, Dekorationen und z.T. auch Plastiken an.
Im Auftrag von Regie und Bühnenbild
Ein neuer Auftrag steht an. Regie und Bühnenbildner/in haben sich geeinigt und geben ihre Vorgaben an ihre Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen der Fachrichtung Malerei weiter. Für die Inszenierung von Giuseppe Verdis "La Traviata" soll für den ersten Akt ein prunkvoller Pariser Festsaal aus dem 19. Jahrhundert auf der Bühne entstehen und entsprechend mit großformatigen Kunstwerken, Samtvorhängen, Marmorsäulen und einer Bibliothek ausgemalt werden. Nun sind die Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/ innen der Fachrichtung Malerei gefragt. Im Malsaal fertigen sie anhand der Vorgaben zunächst Zeichnungen und Entwürfe oder Modelle des Bühnenbildes an und beginnen dann mit der Umsetzung. Sie kopieren die gewünschten Gemälde erst detailgenau und übertragen sie dann mit Kohlestift in ein großes Format, indem sie die Vorlagen und die Leinwände in Quadrate einteilen. Dieser erste skizzierte Eindruck verlangt kreatives Vorstellungsvermögen, denn er muss mit Pinsel und den passenden Farben belebt werden, ebenso wie die Säulen, deren Marmoroberfläche schließlich täuschend echt aussieht. Dabei berücksichtigen sie immer den Abstand der Kulissen zum Publikum: Sie arbeiten großflächig, damit auch die Zuschauer in den hinteren Reihen die Stuckarbeiten des Festsaals bewundern können. Auch die Wirkung des Bühnenlichts wird in die Arbeit mit einbezogen, so wirken gemalte Türen oder Bücherregale später wie echt. Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen der Fachrichtung Malerei vergolden, versilbern, bronzieren, patinieren, beizen und lackieren die Dekorationsteile für den Festsaal. Dabei be- und verarbeiten sie Werkstoffe wie Textilien, Folien, Kunststoffe, Hölzer, Metalle und plastische Massen. Sie werden - in gewissen Grenzen - auch eigenständig tätig, wenn die Vorlagen aus der Abteilung Bühnenbild für die Vorhänge nicht im Detail ausgearbeitet wurden.
So können sie bei der Gestaltung der schweren roten Faltenwürfe des Samtstoffes ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihren ganz eigenen Beitrag zum Bühnenbild leisten. An den Geruch von Farben und Lösungsmitteln sind sie gewöhnt und es macht ihnen nichts aus, auch einmal einen Farbklecks abzubekommen.
Große Kunst von kurzer Dauer
Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen der Fachrichtung Malerei verwenden selten langlebigeMaterialien, weil ihre Gemälde oder gemalten Kulissen für Bühnenbilder, Film- und Fernsehstudios,Werbeproduktionen usw. immer nur für eine begrenzte Zeit gebraucht werden. Lang ist dafür manchmal ihre Arbeitszeit. Obwohl Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen der Fachrichtung Malerei zumeist tagsüber arbeiten, sind mitunter Einsätze am Wochenende oder in den Abendstunden notwendig. Dafür sind sie aber auch maßgeblich mit am Erfolg der Aufführungen beteiligt, denn die Zuschauer merken nicht, dass die Wände des Festsaals aus Leinwand oder Sperrholz bestehen und der Marmorfußboden ein bemaltes Bodentuch ist. Die Bühnenmaler/innen und Bühnenplastiker/innen haben Kontakt zu Regisseuren und Regisseurinnen, Künstlern und Künstlerinnen und können dank der ständig wechselnden Inszenierungen ausgedehnte kunst- und kulturgeschichtliche Ausflüge unternehmen.
Auszug aus BERUFENET vom 26.08.2008
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